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Die 10 besten Länder für Proxy-Server im Jahr 2026

Proxy-Server 2026 hosten: 10 Länder im Vergleich nach Latenz, Internetknoten, Speicherpflichten und Kosten – plus der passende Standort je Aufgabe.

Veröffentlicht27. Mai 2023
Aktualisiert20. Oktober 2026
Lesezeit13 Min.

Die meisten Listen der „besten Länder für Proxy-Server“ sortieren nach dem Ruf beim Datenschutz, deshalb landen die Schweiz, Island und Panama immer wieder ganz oben. Dieser Ruf ist allerdings teilweise überholt, denn die Schweiz und Island verpflichten Telekommunikationsanbieter schon heute, Verbindungsdaten sechs Monate lang aufzubewahren.

Wer tatsächlich Proxy-Infrastruktur betreibt, wählt das Land anders aus. Der beste Standort ist der, der am nächsten an den Websites liegt, die Sie erreichen müssen, einen großen Internetknoten in der Nähe hat und Gesetze, mit denen Sie leben können. Für die meisten Projekte heißt das: Deutschland oder die Niederlande für Europa, die US-Ostküste für amerikanische Ziele und Singapur oder Japan für Asien.

Genau so arbeiten wir seit 2011 auf eigenen IP-Bereichen, heute mit Servern in Frankfurt, Amsterdam, London, Paris, New York und Los Angeles, und in der Praxis entscheidet der Standort des Ziels mehr als die Flagge am Server. Die Tabelle unten fasst die zehn Länder zusammen; die Abschnitte danach erklären die Kriterien hinter der Rangfolge und ordnen jeder Art von Aufgabe einen passenden Standort zu.

#LandWichtigster KnotenAm besten fürWorauf Sie achten sollten
1DeutschlandFrankfurtEuropaweiten Traffic, Ziele in der EUEin Gesetzentwurf zur dreimonatigen Speicherung von IP-Adressen liegt im Parlament
2NiederlandeAmsterdamRouten innerhalb der EU und über den AtlantikGroße Hoster reagieren schnell auf Abuse-Meldungen
3USAAshburn, New York, Dallas, Los AngelesUS-Websites, Marktplätze, SucheDie Küsten liegen weit auseinander, also wählen Sie die Seite, auf der Ihre Ziele liegen
4Vereinigtes KönigreichLondonBritische Websites und DiensteNach britischem Recht sind Speicheranordnungen bis zu 12 Monate möglich
5FrankreichParis, MarseilleFranzösische Ziele; Routen nach Afrika und in den Nahen OstenAllgemeine Speicherung für ein Jahr, die jedes Jahr verlängert wird
6PolenWarschauMittel- und Osteuropa zum günstigen Preis innerhalb der EUVerkehrsdaten werden 12 Monate gespeichert
7SingapurSingapurSüdostasien, Routen nach Indien und AustralienBandbreite kostet mehr als in Europa oder den USA
8JapanTokio, OsakaJapan, Korea, OstasienHöhere Preise für Server und Bandbreite
9KanadaToronto, MontrealNordamerika außerhalb der US-GerichtsbarkeitEin Gesetzentwurf zur Speicherung von Metadaten liegt dem Senat vor
10SchweizZürich, GenfEine stabile, neutrale RechtsordnungSechs Monate Speicherung gelten bereits, strengere Regeln sind in Arbeit

So wählen Sie das Land: sechs Kriterien, die wirklich zählen#

1. Die Entfernung zu Ihren Zielen, nicht zu Ihnen#

Jede Proxy-Anfrage legt zwei Strecken zurück: von Ihnen zum Proxy und dann vom Proxy zur Website. Beim Scraping und bei der Automatisierung wiederholt sich die zweite Strecke tausendfach, deshalb lohnt es sich, den Proxy in die Nähe der abgefragten Websites zu stellen. Licht legt in Glasfaser etwa 1.000 km in 5 Millisekunden zurück. Pro 1.000 km Kabel kommen also rund 10 ms Round-Trip-Zeit hinzu, bevor überhaupt ein Server etwas tut.

Gemessene Pings zeigen dasselbe Bild. Ein Ping von Frankfurt nach New York dauert etwa 90 ms, von New York nach Los Angeles etwa 66 ms und von Frankfurt nach Singapur etwa 157 ms. Deshalb ist ein Server in Virginia, der mit US-Onlineshops arbeitet, schneller als einer in Europa, selbst wenn Sie in Berlin sitzen.

2. Ein großer Internetknoten in der Nähe#

Internetknoten sind die Orte, an denen Netze einander den Traffic direkt übergeben. Ein Server in einer Stadt mit großem Knoten erreicht mehr Netze mit weniger Hops, deshalb sind die Routen kürzer und brechen seltener ab. Das deutlichste Beispiel ist der DE-CIX in Frankfurt: Am 13. Oktober 2026 erreichte der Spitzenverkehr dort den Rekordwert von 21,47 Terabit pro Sekunde. AMS-IX in Amsterdam überschritt im April 2026 die Marke von 15 Tbps, und London, Ashburn, Singapur und Tokio spielen in ihren Regionen dieselbe Rolle.

3. Wo Websites die IP verorten#

Websites sehen nicht die Postanschrift Ihres Servers. Sie schlagen die IP in Geolocation-Datenbanken wie MaxMind nach. Diese kombinieren, wie der Bereich registriert ist und wie er im Internet angekündigt wird, mit Netzwerkmessungen und Korrekturen der Inhaber. Deshalb können das physische Land und das „IP-Land“ auseinanderfallen.

Die Abweichung ist real. In einer Studie von 2018 unter Leitung von Forschern der Carnegie Mellon University testete das Team 2.269 Server von sieben kommerziellen VPN-Diensten. Dabei stellte sich heraus, dass etwa ein Drittel definitiv nicht in den beworbenen Ländern stand. Die meisten dieser Server standen tatsächlich dort, wo Hosting günstig und zuverlässig ist, etwa in Tschechien, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA.

Das Problem trifft auch Leute, die ganz ehrlich einen Server mieten. Eine typische Beschwerde in r/VPS auf Reddit klingt so: Ein neuer Server in Virginia taucht bei Google noch Wochen später als Österreich auf, weil der Bereich früher einem europäischen Netz gehörte. Bevor Sie sich auf einen Standort festlegen, prüfen Sie Ihre IP deshalb in zwei oder drei Geolocation-Diensten und vergewissern Sie sich, dass die Ergebnisse übereinstimmen. Wenn Sie den Bereich selbst kontrollieren, veröffentlichen Sie einen Geofeed (eine einfache Datei im Format RFC 8805), damit die Datenbanken schneller nachziehen.

4. Gesetze zu Vorratsdatenspeicherung und Überwachung#

Die wichtigste Frage lautet, ob das lokale Recht Provider dazu zwingt, zu protokollieren, wer wann welche IP genutzt hat. Die meisten dieser Regeln gelten für Internetzugangs- und Telekommunikationsanbieter, nicht für Kunden, die einen Server mieten. Ihr Hoster kann aber trotzdem eigene Logs führen, also lesen Sie auch seine Datenschutzerklärung. Die Mitgliedschaft in der Geheimdienstallianz „14 Eyes“ bekommt online viel Aufmerksamkeit, doch Speicherpflichten und die Logging-Richtlinie Ihres Anbieters wirken sich in der Praxis weit stärker aus.

5. Wie der Hoster mit Abuse-Meldungen umgeht#

Proxy-IPs ziehen Abuse-Beschwerden an, auch wenn die Arbeit dahinter völlig legitim ist. Hoster an großen Knotenpunkten leiten solche Beschwerden meist weiter und erwarten eine schnelle Antwort. Contabo zum Beispiel verlangt von Kunden eine Reaktion innerhalb von 24 Stunden, und die Bedingungen von OVHcloud erlauben es, einen missbrauchten öffentlichen Proxy abzuschalten. Wer ein paar Meldungen ignoriert, riskiert, dass der Server vom Netz genommen wird, und das ist im Alltag ein größeres Risiko als jedes Überwachungsgesetz. Wählen Sie deshalb einen Hoster mit klarem Abuse-Prozess und halten Sie Ihre Kontaktdaten aktuell.

6. Kosten und IP-Angebot#

Die Preise für Server und Bandbreite unterscheiden sich je nach Region stärker, als viele erwarten. Bandbreite und Cloud-Egress kosten in Japan und Singapur spürbar mehr als in den USA oder in Westeuropa. AWS berechnet zum Beispiel 0,09 $ pro GB ausgehenden Traffic aus Virginia und Frankfurt, 0,12 $ aus Singapur und 0,14 $ aus Tokio.

Zusätzliche IPv4-Adressen kosten überall Geld. Laut dem Marktbericht von IPv4Center lag der Kaufpreis auf dem freien Markt im September 2026 im Schnitt bei etwa 20 $ pro IP, die Miete je nach Marktplatz bei etwa 0,38 bis 0,59 $ pro IP und Monat. Hoster schlagen ihre eigene Marge noch obendrauf: Hetzner verlangt 1,70 € im Monat für jede zusätzliche IP, OVHcloud 2 $.

Die 10 besten Länder für einen Proxy-Server#

1. Deutschland#

Flagge Deutschlands

Frankfurt ist die Standardwahl für Europa. DE-CIX Frankfurt ist der größte Internetknoten Europas, die Stadt beherbergt die meisten großen Netze und Cloud-Regionen, und dedizierte Server gehören dort zu den günstigsten in Westeuropa.

Deutsche Gerichte haben die anlasslose Vorratsdatenspeicherung mehrfach gekippt, zuletzt das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2023. Die Regierung versucht es nun erneut mit einer engeren Regelung. Im April 2026 beschloss das Kabinett einen Gesetzentwurf, nach dem Internetzugangsanbieter die Zuordnung von IP-Adressen und Portnummern drei Monate lang speichern müssten, und im Juni erreichte er den Bundestag. Stand Oktober 2026 liegt er nach einer öffentlichen Anhörung noch im Ausschuss und ist damit noch kein Gesetz.

  • Am besten für: EU-weites Scraping, Preisbeobachtung, SEO in deutschsprachigen Märkten.
  • Im Blick behalten: wie das Gesetzgebungsverfahren zur IP-Speicherung ausgeht.

2. Niederlande#

Amsterdam ist Frankfurts wichtigster Rivale, mit dem Knoten AMS-IX und direkten Transatlantikkabeln. Die Niederlande haben einen der dichtesten Hosting-Märkte Europas und sehr gute Routen nach Großbritannien und in die USA.

Ein wirksames Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung gibt es dort seit 2015 nicht mehr, denn damals setzte ein Gericht in Den Haag das alte außer Kraft. Ein 2016 eingebrachter Ersatzentwurf hängt bis heute im Parlament fest.

  • Am besten für: Traffic innerhalb der EU und über den Atlantik, Ziele in den Benelux-Ländern.
  • Im Blick behalten: Große Hoster reagieren schnell auf Abuse-Beschwerden, also antworten Sie zügig.

3. USA#

Nord-Virginia rund um Ashburn ist der größte Rechenzentrumsmarkt der Welt, gefolgt von New York, Dallas, Chicago und Los Angeles. In den USA gibt es kein allgemeines Gesetz, das Provider zur Speicherung von Verbindungslogs verpflichtet. Stattdessen können Behörden während einer Ermittlung anordnen, dass ein Provider bestimmte Datensätze 90 Tage lang sichert, mit einer einmaligen Verlängerung um weitere 90 Tage.

  • Am besten für: US-E-Commerce, Suchergebnisse, Marktplätze, Dienste, die nur in den USA angeboten werden.
  • Im Blick behalten: Zwischen Ost- und Westküste liegen etwa 66 ms, also stellen Sie den Server auf dieselbe Seite wie Ihre Ziele.

4. Vereinigtes Königreich#

London mit dem Knoten LINX ist die naheliegende Wahl für Inhalte, die es nur in Großbritannien gibt, für britische Suchergebnisse und für britische Händler.

Nach dem Investigatory Powers Act 2016 kann die Regierung Telekommunikationsanbieter anweisen, Kommunikationsdaten bis zu 12 Monate lang aufzubewahren.

  • Am besten für: britische Websites und lokale Suchergebnisse.
  • Im Blick behalten: Britische IPs kosten oft mehr als IPs aus der EU.

5. Frankreich#

Paris bedient französische Ziele gut, und Marseille ist der meistgenutzte Anlandepunkt für Seekabel in Europa, mit 17 Kabeln nach Afrika, in den Nahen Osten und nach Asien. Das macht Südfrankreich zu einem nützlichen Zwischenpunkt für Traffic Richtung Osten oder Süden.

Frankreich hat weiter gefasste Speicherregeln als die meisten EU-Staaten. Seit einer Entscheidung des Conseil d’État aus dem Jahr 2021 speichern Anbieter Verkehrsdaten auf Grundlage eines Dekrets zur nationalen Sicherheit ein Jahr lang, und Ende September 2026 hat die Regierung dieses Dekret erneut verlängert.

  • Am besten für: französische Ziele, Routen nach Nordafrika und in den Nahen Osten.
  • Im Blick behalten: Die Preise liegen über denen in Mitteleuropa.

6. Polen#

Warschau bietet EU-Recht und eine solide Anbindung zu mitteleuropäischen Preisen, dazu eine niedrige Latenz nach Deutschland und ins Baltikum.

Gleichzeitig ist Polen strenger, als sein Image als günstiger Standort vermuten lässt. Das polnische Gesetz über elektronische Kommunikation von 2024 verpflichtet Anbieter, Verkehrsdaten 12 Monate lang zu speichern, und zwar im Inland.

  • Am besten für: Ziele in Mittel- und Osteuropa, günstige Kapazität in der EU.
  • Im Blick behalten: Für globale Reichweite sind Frankfurt oder Amsterdam weiterhin direkt mit mehr Netzen verbunden.

7. Singapur#

Singapur ist der wichtigste Knoten für Südostasien. Rund 26 Seekabel landen dort an und verbinden den Stadtstaat mit Indien, Australien und Ostasien.

  • Am besten für: südostasiatische Marktplätze, regionale Apps, Routen nach Indien und Australien.
  • Im Blick behalten: Bandbreite und Server sind deutlich teurer als in Europa oder den USA.

8. Japan#

Tokio und Osaka bieten die beste Latenz zu japanischen und koreanischen Diensten, und viele davon begegnen ausländischen IPs mit Misstrauen. Ein allgemeines Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung hat Japan nicht. Die Polizei kann nur im Einzelfall verlangen, dass bestimmte Datensätze gesichert werden.

  • Am besten für: japanische und koreanische Websites, ostasiatisches Gaming und E-Commerce.
  • Im Blick behalten: hohe Serverpreise und weniger günstige Anbieter.

9. Kanada#

Toronto und Montreal liegen bei der Latenz nah am Nordosten der USA, bleiben aber außerhalb der US-Gerichtsbarkeit. Ein allgemeines Speichergesetz hat Kanada derzeit nicht, doch das könnte sich ändern. Bill C-22 würde es der Regierung erlauben, große Provider zur Speicherung von Metadaten für bis zu sechs Monate zu verpflichten. Der Entwurf hat im Juni 2026 das Unterhaus passiert und liegt jetzt im Senat.

  • Am besten für: nordamerikanische Ziele, wenn Sie einen Host außerhalb der USA wollen, und kanadische Websites.
  • Im Blick behalten: Bill C-22, die Five-Eyes-Mitgliedschaft Kanadas und einen kleineren Markt für günstiges Hosting als in den USA.

10. Schweiz#

Flagge der Schweiz

Die Schweiz bietet politische Stabilität und hervorragende Infrastruktur in Zürich und Genf. Ihr Ruf beim Datenschutz ist allerdings veraltet: Schweizer Recht schreibt schon seit 2002 vor, Verbindungsdaten sechs Monate lang aufzubewahren.

2025 schlug die Regierung vor, die Überwachungsverordnung VÜPF zu revidieren und Identifizierungs- und Speicherpflichten auf mehr Online-Dienste auszuweiten. Im Juli desselben Jahres kündigte Proton, eines der bekanntesten Schweizer Datenschutzunternehmen, an, den Großteil seiner physischen Infrastruktur wegen der Rechtsunsicherheit ins Ausland zu verlagern. Im Februar 2026 wies der Bundesrat den Entwurf für eine Folgenabschätzung und eine zweite Vernehmlassung zurück, die Regeln sind also weiterhin offen.

  • Am besten für: stabiles Hosting in einer neutralen Rechtsordnung.
  • Im Blick behalten: die VÜPF-Revision; wählen Sie die Schweiz nicht allein wegen des Datenschutzes.

Und was ist mit Island und Rumänien?#

Beide tauchen oft in „Datenschutz“-Listen auf. Islands Gesetz über elektronische Kommunikation verpflichtet Telekommunikationsunternehmen, Verkehrsdaten sechs Monate lang aufzubewahren, und die Insel liegt weit weg von den meisten Zielen, worunter die Latenz leidet. Rumänien bietet günstiges EU-Hosting und eignet sich gut für Traffic nach Osteuropa. Für die meisten Proxy-Aufgaben hat es aber keinen besonderen Vorteil gegenüber Polen oder Deutschland.

Welches Land für welche Aufgabe#

Den Standort wählt man leichter von der Aufgabe aus als von der Landkarte. Bei den meisten Aufgaben gewinnt das Land, dessen IPs genau die Version der Website sehen, die Sie brauchen, und dessen Server ihr am nächsten stehen.

AufgabeBester StandortWarum
Scraping von US-Marktplätzen und SuchergebnissenUS-Osten (Virginia, New York)Die meisten US-Plattformen laufen dort, und Sie sehen US-Preise und -Angebote
Preisbeobachtung in der ganzen EUDeutschland oder die Niederlande plus eine lokale IP für jedes beobachtete LandZentrales Routing sorgt für Tempo, lokale IPs zeigen lokale Preise und Währungen
Lokales SEO-RanktrackingEine IP im genauen Land, idealerweise in der richtigen StadtSuchergebnisse ändern sich je nach Standort
Dienste und Händler nur für GroßbritannienVereinigtes KönigreichViele britische Websites zeigen Besuchern außerhalb Großbritanniens andere Inhalte
E-Commerce in SüdostasienSingapurKürzeste Routen zu den Marktplätzen und Apps der Region
Japanische und koreanische WebsitesJapanNiedrigste Latenz und weniger Sicherheitsprüfungen als bei ausländischen IPs
Verwaltung von Social-Media-KontenDas Land, in dem das jeweilige Konto registriert istEin plötzlicher Länderwechsel löst Sicherheitsprüfungen aus
Zugriff auf KI-Dienste und APIsEin Land, in dem der Dienst offiziell verfügbar istViele KI-Dienste sind nur in einigen Regionen verfügbar
Privater Proxy für mehr PrivatsphäreEin stabiler Knoten in der EU oder in Nordamerika bei einem Hoster mit minimalen LogsDie Logging-Richtlinie des Anbieters zählt mehr als das Land

Standorte, bei denen Vorsicht geboten ist#

Diese Länder sind nicht tabu. Proxys mit lokalen IPs von dort sind oft genau das, was Sie brauchen, um lokale Ergebnisse zu sehen. Wer dort aber einen eigenen Server betreibt, übernimmt Pflichten, die man vorher kennen sollte.

  • Indien. Seit 2022 verpflichten die CERT-In-Regeln Dienstanbieter, Systemlogs 180 Tage lang in Indien aufzubewahren, und Rechenzentren sowie VPS-, Cloud- und VPN-Anbieter müssen verifizierte Kundendaten fünf Jahre lang speichern. ExpressVPN, Surfshark, NordVPN und Proton haben daraufhin ihre physischen Server aus dem Land abgezogen.
  • Russland. Das „Yarovaya-Gesetz“ von 2016 verpflichtet Betreiber, Metadaten drei Jahre und Kommunikationsinhalte bis zu sechs Monate lang zu speichern und den Sicherheitsdiensten Zugriff darauf zu gewähren. VPN- und Anonymisierungsdienste müssen außerdem die staatlichen Zugangsbeschränkungen umsetzen.
  • China. Grenzüberschreitende Standleitungen oder VPNs brauchen eine Genehmigung der Telekommunikationsbehörden, und eine öffentliche kommerzielle Website benötigt eine ICP-Lizenz. Internationale Routen sind oft langsam und instabil.
  • Abgelegene „Offshore“-Rechtsordnungen. Ein auf einer kleinen Insel registriertes Unternehmen kann nützliche Datenschutzbedingungen bieten, aber Server gibt es dort kaum, das Peering ist oft schwach, und die Hardware steht womöglich weit weg von den meisten Zielen. Prüfen Sie, wo die Maschinen tatsächlich stehen und wo ihre IPs geolokalisiert werden.

Eigenen Proxy-Server betreiben oder Proxys mieten?#

Ein einzelner VPS mit Squid, 3proxy oder Dante ist ein guter privater Ausgangspunkt. Sobald Sie aber viele IPs oder mehrere Länder brauchen, ist Mieten meist günstiger und macht deutlich weniger Arbeit.

Eigener ServerGemietete Proxys
IP-AdressenMeist eine pro Server; zusätzliche IPs werden gemietet und monatlich abgerechnetHunderte oder Tausende, sofort einsatzbereit
LänderEines pro gemietetem ServerViele, umschaltbar im Dashboard
Einrichtung und PflegeSie installieren, sichern und aktualisieren die Proxy-Software selbstInklusive
Abuse-BeschwerdenGehen an Sie, und bei langsamen Antworten droht eine AbschaltungÜbernimmt der Anbieter
IP-ReputationHängt von dem Bereich ab, den Ihnen Ihr Hoster zuteiltVom Anbieter verwaltet und bei Bedarf ersetzt
Am besten fürEinen stabilen, privaten Ausgangspunkt unter Ihrer vollen KontrolleScraping, Monitoring und Automatisierung in großem Umfang

Eines kann das Land nicht reparieren, und zwar den Ruf des IP-Bereichs. Cloud-Anbieter veröffentlichen ihre IP-Bereiche, und viele Websites weisen Anfragen aus diesen Bereichen von vornherein ab. Ein frischer Server im „richtigen“ Land kann deshalb schon ab der ersten Anfrage 403-Fehler bekommen. Das Land hilft nur, wenn der Bereich selbst sauber ist.

Wenn Sie mieten, fragen Sie den Anbieter, wo die Server physisch stehen, wessen IP-Bereiche er nutzt und wie diese Bereiche geolokalisiert werden. Unser eigenes Setup folgt der Logik dieses Ratgebers: mehr als 100.000 IPv4-Adressen in eigenen Subnetzen, auf Servern in Frankfurt, Amsterdam, London, Paris, New York und Los Angeles. Sie können alle verfügbaren Proxy-Standorte durchsehen, bei großen Volumen mit Datacenter-Proxys starten oder einen Tarif konfigurieren, genau mit den Ländern und der Anzahl an IPs, die Sie brauchen.

Welches Land eignet sich am besten für einen Proxy-Server?

Für Europa Deutschland oder die Niederlande, für US-Ziele die US-Ostküste und für Asien Singapur oder Japan. Die richtige Antwort hängt davon ab, wo die Websites stehen, die Sie erreichen wollen.

Welches Land ist am besten für die Privatsphäre bei Proxys?

Garantieren kann das kein Land. Selbst die Schweiz und Island verpflichten Telekommunikationsanbieter, Verbindungsdaten sechs Monate lang aufzubewahren. Deshalb zählt ein Hoster mit möglichst sparsamer Protokollierung mehr als die Flagge.

Spielt die 14-Eyes-Allianz für einen Proxy-Server eine Rolle?

Die Allianz beschreibt den Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen Regierungen. Für die meisten Proxy-Aufgaben wirken sich lokale Speicherpflichten und die Logging-Richtlinie Ihres Anbieters in der Praxis deutlich stärker aus.

Beeinflusst der Serverstandort die Geschwindigkeit des Proxys?

Ja. Je 1.000 km Glasfaser zwischen Proxy und Website kommen grob 10 ms Round-Trip-Zeit hinzu, und beim Scraping vervielfacht sich das über Tausende Anfragen. Stellen Sie den Proxy deshalb nah an das Ziel.

Sehen Websites, in welchem Land mein Server steht?

Sie sehen das Land, das ihre Geolocation-Datenbank Ihrer IP zuordnet. Meistens stimmt es, aber nicht immer. Prüfen Sie die IP deshalb in mehreren Lookup-Diensten.

Ist es legal, einen Proxy-Server zu betreiben?

In den meisten Ländern ja. Was Sie darüber leiten, muss trotzdem legal sein, und manche Länder wie Indien, China und Russland erlegen Betreibern Lizenz- oder Protokollierungspflichten auf.

Was kostet eine zusätzliche IPv4-Adresse?

Auf dem freien Markt lag der Kaufpreis im September 2026 bei etwa 20 $ pro IP, die Miete bei rund 0,40 bis 0,60 $ pro IP und Monat. Hoster schlagen ihre eigene Marge drauf, oft 2 $ oder mehr pro Adresse und Monat.